Im Winter nach Lappland
Eine Reise bei Eis und Schnee in die Arktis
2026 in Schweden und Finnland
Tag 1
Ausgedehnte Wintereisen haben immer etwas besonderes. Bereits in den Jahren 2022 und 2023 führten uns lange Reisen in den Skandinavischen Winter, hinauf bis in die Arktis. Dieses Jahr wollten wir es erneut versuchen. Geplant war es, bis nach Tromsø zu fahren.
Doch vieles kam anders auf dieser Reise, als geplant.
Für den ersten Zwischenstopp hatten wir uns wieder mal den Camp 28 (früher HanseCamping Bremen / ab Januar 2026 neuer Pächter) ausgesucht. Er liegt auf der Strecke von uns zu Hause bis nach Kiel etwa auf halber Entfernung. Wir erreichten den Platz am frühen Nachmittag. Für uns ungewöhnlich, ganz Norddeutschland war in diesem Winter verschneit.
"Kraja" war schnell abgestellt,- und da es auf dem Platz ein gutes Restaurant gibt, blieb die Bordküche für heute kalt.
Tag 2
Heute Morgen konnten wir es ruhig angehen lassen. Für 17:45 Uhr war die Abfahrt der Fähre in Kiel vorgesehen. Um 9:15 Uhr am nächsten Tag sollte die Ankunft in Göteborg erfolgen. Die Fährpassage von Kiel nach Göteborg hatten wir im Vorfeld fest gebucht. Für die Rückfahrt von Göteborg nach Kiel hatten wir uns für einen Flextarif entschlossen. Man konnte so noch den Rückfahrttermin verschieben.
Gegen Mittag verließen wir den Camp 28 in Bremen,- und setzten unsere Tour fort. Ohne weitere Probleme erreichten wir am frühen Nachmittag den vereinbarten Rastplatz kurz vor Kiel. Unsere Freunde warteten bereits auf uns. Die gemeinsame weitere Reise konnte beginnen.
Die kurze restliche Strecke bis zum Schwedenkai in Kiel war schnell zurückgelegt. Bereits gegen 15:00 Uhr erreichten wir den Fährhafen. Neu war für uns, man konnte bereits vor der Reise im Gebäude der StenaLine einchecken. In Göteborg geht das leider (noch) nicht.
Kurz vor dem Boarding wurde bei uns noch die Gasanlage geprüft. Wir kannten die Prozedur bereits von den letzten Touren. Es durfte kein Gas auf den Decks verwendet werden. Strom stand auch nicht zu Verfügung. Da wir für den ersten Tourabschnitt nur das nötigste eingekauft hatten, war das kein Problem. Der Kühlschrank hielt die Ware im Kühlschrank ausreichend kalt. Beim ersten Stopp in Schweden wollten wir uns dann mit Lebensmitteln versorgen. Um die Tiefkühlkost noch besser zu schützen, hat sich eine kleine faltbare Kühlbox bewährt. Auch das darin eingewickelte Gefriergut hat alles gut überstanden.
Das wichtigste in der ganzen Hektik ist, man lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Man sollte sich merken, auf welchem Deck stehen wir,- und welche Farbe hat das Treppenhaus, bzw. der Aufzug. Bei uns war es Deck 3,- und der blaue Aufzug. Wenn man dann noch in die richtige Etage fährt, ist die Kabine recht schnell gefunden.
Nachdem die Kabinen bezogen waren, begaben wir uns ins Restaurant,- und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Fast unbemerkt legte die Fähre in Kiel ab. Morgen früh werden wir in Göteborg sein.
Tag 3 - 4
Das Frühstück gab es ab 7:00 Uhr im Bordrestaurant. Der Wecker klingelte daher bereits um 6:00 Uhr. Wir wollten in Ruhe frühstücken,- und die Zeit bis zur Ankunft genießen.
Göteborg empfing uns mit einem blauen Himmel. Aber es wehte ein kalter Wind über das Deck. In der Einfahrt zum Fährhafen trieben immer wieder kleine Eisschollen am Ufer.
Nacheinander wurden die verschiedenen Decks, per Lautsprecherdurchsage, wieder freigegeben. Jetzt noch schnell das Gas im Flaschenkasten wieder aufdrehen, die Heizung und den Kühlschrank starten,- und schon konnten wir aus dem Bauch der Fähre fahren. Willkommen im winterlichen Schweden. Denn im Gegensatz zu der letzten Wintertour, gab es diese Mal bereits viel Schnee im südlichen Schweden.
Der FirstCamping Skutberget in Karlstad war das heutige Ziel. Im Vorfeld hatten wir reserviert. Die Fahrt selbst verlief ohne Probleme. Die Straßen waren alle frei von Schnee. Nachdem wir einmal den Großraum Göteborg hinter uns gelassen hatten, rollten wir mit den zwei Gespannen entspannt unserem Ziel entgegen.
Am frühen Nachmittag erreichten wir den Platz. Wir erhielten noch schnell unsere Zugangskarten,- und fertig. Die Gespanne waren schnell abgestellt und versorgt. Morgen wollen wir uns im nahen Einkaufssupermarkt erst ein mal mit dem nötigsten versorgen, bevor es dann übermorgen weitergeht Richtung Norden.
Der nächtest Tag war ein aufregender Tag. Alles begann damit das Anne heute früh, so gegen 04:00 Uhr, mich weckte um mir mitzuteilen, dass es irgendwie kühler war als sonst. Ein Blick auf des Innenthermometer bestätigte die Aussage. Wir hatten eine Innentemperatur von plus 9° C. Draußen waren es minus 16°C. Nun, so 9° C waren nicht so wirklich kuschelig. Aber was war passiert? Es gab keine Fehlermeldung, oder ähnliches.
Ab 8:00 in der Früh ist der ALDE Service in Deutschland zu erreichen. Um das Ganze abzukürzen,- die 12V Umwälzpumpe auf dem Ausgleichsbehälter lief nicht. Der Service von ALDE erklärte es wie folgt:
Die Heizung startet, aber ab einer Kesseltemperatur von 78°C „merkt“ die Heizung, dass die Wärme nicht weitergeführt wird und bleibt stehen. Die Elektropatrone übernimmt, schafft es aber nicht bei den Minusgraden bis zur gewünschten Solltemperatur zu gelangen. So entstehen dann eben die 9° bis 10° Grad. Mehr nicht.
Eigentlich wollten wir heute einkaufen gehen. Und eigentlich wollte Michael nur kurz „Guten Morgen“ sagen. Aber das eigentliche Vorhaben musste warten. Michael hatte schnell einen geeigneten ALDE Partner in der Nähe gefunden,- und uns dort telefonisch angemeldet. Der ALDE Service in Deutschland riet zum testen der 12V Funktion der Pumpe. Also Pumpe ausbauen,- und zum Händler fahren. Der stellte dann fest, die Pumpe läuft bei 12 V, auch unter Belastung. Also alles in Ordnung. Wir fuhren wieder zurück,- und haben die Pumpe einbaut. Aber,- sie lief nicht. Ein erneuter Anruf bei ALDE Deutschland folgte. Und zusammen mit dem ALDE Service erfolgten verschiedene Prüfungen per Telefon. Am Ende stellte sich heraus, die Platine weißt am Steuerungsausgang der Pumpe einen Fehler auf. Der (sehr kompetente) Servicemitarbeiter gab mir dann den Tipp, die Pumpe ganz von der Steuerung abzuklemmen,- und sie direkt an 12V anzuschließen. An der 12Volt plus Leitung dann noch ein Schalter einzubauen,- um ab da dann die Pumpe manuell steuern zu können. Mit diesem Tipp, und ein wenig Arbeit, wurde es wieder schön kuschelig warm.
Michael stand den ganzen Tag an meiner Seite. Klemmschuhe, Kabel, Lötkolben, usw., alles hat Michael beigesteuert. Danke nochmals dafür!
Anschließend konnte wir dann endlich einkaufen fahren. Der nahe ICE Maxi in Karlstad eignete sich hervorragend dafür.
Tag 5
Mit minus 15° C,- und einem blauen Himmel, begrüßte uns das Wetter an diesem Morgen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zu unserm nächsten Ziel.
Kurz nachdem wir den FirstCamp in Karlstad verlassen hatten, befanden uns wieder auf der E45 Richtung Norden. Für eine Nacht war der Malungs Camping unser heutiges Ziel. Nach kurzer Zeit setzte leichter Schneefall ein, der bis zum Nachmittag anhielt.
Am Abend hatten wir wieder einen blauen Himmel,- und einen wunderbaren Sonnenuntergang.
Tag 6 - 7
Unser heutiges Ziel war der Camping Särna. Dort, in der Nähe, gibt es den „Njupeskär“, Schwedens höchster Wasserfall (93 m), im Fulufjället Nationalpark. Den wollen wir uns anschauen.
Trotzdem, dass die Straße teilweise mit Schnee und etwas Eis bedeckt war, kamen wir gut voran.
In Schweden hatten in der Zwischenzeit die einwöchigen Sportferien/Winterferien (Sportlov) eingesetzt. Das merkte man auf diesem Platz deutlich. Man hatte den Eindruck, ganz Schweden ist auf dem Motorschlitten unterwegs.
Der „Njupeskär“, Schwedens höchster Wasserfall (93 m), im Fulufjället Nationalpark, war das heutige Ausflugziel. Er befindet sich nahe der norwegischen Grenze am Nordostrand des Fulufjäll-Gebirges und ist eine der größten Attraktionen des Nationalparks Fulufjället. Im Sommer führt ein relativ einfacher Weg vom Parkplatz zum Wasserfall. Im Winter sieht es dagegen ganz anders aus.
Die ca. 30 Kilometer lange Strecke vom Campingplatz bis zum Parkplatz im Nationalpark war noch das einfachste am diesem Tag. Der Himmel war bedeckt,- und oben am Parkplatz wehte ein eisiger Wind. Warm angezogen machten wir uns auf den Weg zum nahen "Naturum Änge". Hier befindet sich eine kleine Ausstellung zur Geschichte und Natur des Fulufjället, hilfreiche Informationen und Kartenmaterial. Der Eintritt ist frei.
Das Schild zeigte uns zwar die Richtung,- und die Entfernung bis zum Wasserfall an, doch schon wenige Meter hinter dem Wegweiser war für uns das Ende erreicht. Ein weiteres Fortbewegen wurde durch Bauchhohen Schnee verhindert.
Uns blieb nur das Winterbild vom Wasserfall im "Naturum Änge" zu fotografieren.
© Fulufjället Nationalpark
Der Camping Särna hat ein gemütliches Restaurant. Wir hatten einen Tisch reserviert,- und verbrachten ein schönen Abend mit leckerem Essen.
Tag 8 - 10
Wir fuhren weiter Richtung Norden. Das nächstes Ziel war der Östersunds Camping. Wir kannten den Platz bereits von den vergangenen Touren. Es hatte angefangen zu schneien,- und das sollte auch fast den ganzen Tag so bleiben. Am frühen Vormittag machten wir uns auf den Weg. Dieses Mal waren die Straßen schon etwas verschneiter, aber trotzdem gut zu befahren.
Allerdings durfte man nicht zu nahe hintereinander herfahren. Der Snörök, dieser fein aufgewirbelte Schnee, raubte einem sonst jegliche Sicht. Zudem konnten zu jeder Zeit Rentiere auf der Straße stehen.
Am Nachmittag erreichten wir den Campingplatz. Es hatte aufgehört zu schneien. Wir bekamen zwei schöne Stellplätze nahe dem Sanitärgebäude,- im Winter besonders vorteilhaft.
Die zwei Pausentage nutzten wir für verschiedene Dinge. Zum einen wurden die Waschmaschinen im Sanitärgebäude gefüllt, zum anderen wollte ich eine leere Gasflasche wieder befüllen lassen. Um Stationen zum Befüllen leichter zu finden, gibt es die Internetseite "Besucherguide Schweden". Sie lebt von der Camper Community. In Östersund wurden wir fündig bei der Firma FLV Frösö Lindareverkstad AB. Dort werden zwar deutsche Flaschen nicht gefüllt, aber komplett leere werden wieder in volle umgetauscht. Auch Alu-Gasflaschen.
Bei dem herrlichen Wetter durfte ein Bummel in der Einkaufstraße von Östersund, und ein Spaziergang auf dem Storsjön nicht fehlen. Der Storsjön ist der fünftgrößte See in Schweden. Der Sage nach lebt in ihm das Seeungeheuer "Storsjöodjuret". Wir bekamen es aber nicht zu Gesicht, sondern verbrachten vielmehr einen wunderbaren Tag in der winterlichen Natur.
Tag 11 - 12
Unser Weg führte uns weiter Richtung Norden. Der Storumans Camping war das heutige Ziel. Auch dieser Platz war uns von den vergangenen Winterreisen bekannt. Wir hatten heute keinen Schneefall. Die Straßen waren frei. Am Nachmittag erreichten wir den Campingplatz. Das Rezeptionsgebäude war ganz neu erstellt worden,- und befindet sich nun direkt am Ufer des Sees. Eine sichtlich stolze Campingchefin erklärte uns alles.
Fast minus 19° C waren es in der vergangenen Nacht gewesen. Der Himmel war bedeckt. Laut Wetterbericht sollte es gegen Mittag anfangen zu schneien. Wir hatten heute einen besonderen Tag vor uns. Im Vorfeld hatten wir uns alle dafür entschieden, an einer Schlittenhundetour teilzunehmen. Michael hatte daraufhin den heutigen Tag für uns alle frühzeitig gebucht. Ein Kooperationspartner von Storumans Camping ist Big Creek Adventure. Es ist ein kleiner Familienbetrieb, wo die Leidenschaft für Hunde und Natur im Mittelpunkt steht. Der Hof von Annica und ihrem Mann Ulf liegt ca. 14 Kilometer entfernt vom Campingplatz. Irgendwo an der E45 muss man rechts abbiegen,- und nach weiteren 1,5 Kilometern ist man dann am Ziel.
Kaum waren die Volvos geparkt, wurden wir auch schon herzlich von Annica begrüßt. Wir konnten zwar noch keinen einzigen Hund sehen, dafür aber alle hören. Das unüberhörbare typische jaulen von Huskys durchdrang die eiskalte Luft. Drei Schlitten waren bereits vorbereitet. Zwei Schlitten waren für uns, mit dem dritten führte Annica die Truppe an. Vor jedem Schlitten wurden vier Huskys angespannt. Und dann bekamen Michael und ich eine Musher-Ausbildung in kurzer Form.
"Halte dich mal hier oben an dem Bügel fest, und stelle deine Füße auf die Kufen. Mit kleinen Hüftbewegungen kannst du den Hunden helfen, den Schlitten in Kurven besser zu lenken."
"Siehst du schwarze Platte zwischen den Kufen?" "Ja."
"Das ist die Bremse. Die trittst du vorsichtig herunter, wenn es in einer Kurve mal zu schnell gehen sollte."
"Siehst du die kleine Metallplatte mit den Zacken vor der Bremse?" "Ja."
"Die trittst du, wenn du kurze Zeit anhalten möchtest. Für ein Foto, zum Beispiel."
"Und der Anker hier neben dem Schlitten, der jetzt fest im Schnee steckt, damit wird das ganze Gespann komplett gestoppt,- und du kannst den Schlitten verlassen."
"Alles verstanden?"
"Ja, habe ich. Glaube ich zumindest."
Nachdem die Hunde aus den Zwingern geholt,- und vor die Schlitten gespannt wurden, kehrte auch bei Ihnen langsam Ruhe ein. Lediglich ein entferntes Reh brachte nochmals ein wenig Unruhe in die Truppe. Nachdem Ulf das Reh mit dem Motorschlitten verscheucht hatte, konnte unsere Tour beginnen.
Die beiden Musher-Neulinge nahmen ihren Platz ein. Und auch Annica stand bereits auf ihren Schlittenkufen. Von Ulf wurden wir noch kurz gefragt, ob wir bereit wären. Nachdem wir bejaht hatten, löste er die Anker. Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht damit, das vier Hunde mit einer Geschwindigkeit starten, die einem PS starken Auto gleichkommen. Ich konnte mich noch so eben am Schlitten festhalten. Die Hunde liefen immer hinter Annica her. Um Kommandos brauchten wir uns nicht zu kümmern.
Die ganze Tour dauerte ca. 2 Stunden. Wir fuhren quer durch Wälder, über einen zugefrorenen See,- und irgendwelchen Forstwegen. Als wir am Ende der Tour wieder auf dem Hof ankamen, wurden zuerst wieder alle Hunde versorgt. Anschließend wurden wir von Annica in ihre Grillkota eingeladen. Bei offenem Feuer gab es selbstgemachte Fleischsuppe, Kuchen, Kaffee, Kakao, und Wasser. Und natürlich viele schöne Gespräche. Teileweise mit Händen und Füßen. Am Ende des Tages kann man den Spruch wiederholen, der auf der Internetseite von Annica steht.
Eine Erinnerung fürs Leben.
Tag 13 - 15
Heute hatten wir eine Strecke von knapp 300 km zu bewältigen. In der Nacht hatte es noch ein wenig geschneit. Um ca. 10:00 Uhr fuhren wir vom Storumans Camping los, unserem nächsten Ziel entgegen, dem First Camping in Luleå. Zunächst hatten wir keinen Schneefall. Aber dann begann es doch zu schneien. Und zwar ganz fein. Kurze Zeit später war die Frontscheibe zu,- und zum teil war der feine Schnee angefroren. Die Scheibenwaschanlage,- und die zusätzlich eingeschaltete Frontscheibenheizung half dann weiter. Das Spiel sollte uns den ganzen Tag begleiten. Immer wieder war es ziemlich glatt,- und so manche Steigung mit 6% hatte auch etwas für sich. Aber die Volvos meisterten alles mit Bravur. Da war der LKW, der von hinten herangebraust kam, schon viel schlimmer. Der mochte es so gar nicht, dass zwei Wohnwagengespanne ohne Spikes, im die Zeit stahlen. Immer wieder scherte er kurz aus, blinkte,- und hupte kurz. Nach einiger Zeit kam dann, für uns, der erlösende Parkplatz, so das er an uns vorbei brausen konnte. Dieses Verhalten sieht man äußert selten in Schweden. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann den Campingplatz,- und bekamen zwei schöne Stellplätze, mit Blick auf den Bottnischen Meerbusen.
Eine Besonderheit in Luleå ist sicherlich die Gammelstaden. Gammelstad, auch Kirchendorf genannt, ist das alte Zentrum der Stadt Luleå, und gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Die alte Siedlung selbst gilt als Kirchstadt,- und ist schon 500 Jahre alt. Und obwohl sie ca. 10 Kilometer von der eigentlichen City Luleå entfernt ist, gilt sie als die Altstadt von Luleå. Schon 28 Jahre nach Fertigstellung der Kirchstadt musste Luleå wieder umziehen. Eben dorthin, wo sich die heutige City befindet. Der Grund lag bei dem alten Hafen. Der hatte, durch Landerhebungen, nämlich nicht mehr genug Tiefgang mehr. Der Umzug erfolgte im Jahr 1649.
Die über 400 Häuser stehen, im Winter vielfach leer, werden aber sehr gepflegt. Im Sommer,- und vor allem zu besonderen Anlässen ist das ganze Dorf wieder bewohnt. Dann sind die Bewohner auch vielfach in alter Tracht anzutreffen.
Tag 16 - 17
Am Morgen bereiteten wir die Gespanne vor für die Weiterfahrt Richtung Norden. Dafür wird als erstes immer die Standheizungen aktiviert. Da die elektrische Motorvorwärmung schon für einen warmen Motorblock gesorgt hat, hat die Standheizung nicht mehr ganz so viel zu tun. Während die Menschen draußen beschäftigt sind, sorgt die Technik dafür, dass der Volvo bestmöglich dafür vorbereitet wird, einen schweren Wohnwagen bei großer Kälte zu ziehen.
Der Norrsken Lodge Campingplatz war das heutige Ziel. Die finnische Grenze ist dann nur noch einen Katzensprung entfernt.
Ist der Tank halb voll,- oder halb leer? Egal, wir haben immer getankt wenn ca. die Hälfte erreicht war. Das Tankstellennetz ist zwar etwas dichter geworden, aber bei weitem nicht so wie bei uns zu Hause. Und je weiter man Richtung Norden kommt, desto größer ist die Distanz zwischen zwei Tankstellen. Und es macht keinen Spaß bei minus Graden irgendwo im Nirgendwo mit leerem Tank zu stehen. Fast ausnahmslos sind alle Tankstellen „Mannlos“. Bezahlt wird bargeldlos, mit der Visa-Karte. Manchmal ist es auch mit Maestro-Karte möglich.
Je mehr wir unserem Ziel näher kamen, so wunderbarer zeigte sich die Natur. Traumhaft schöne Winterbilder säumten die Straße. Jeder Baum, jeder Strauch, war mit Schnee verzaubert. Einer schöner als der andere.
Michael hatte uns bereits einen Tag zuvor angemeldet. Doch als wir ankamen war kein Mensch da. Zwar war das Restaurant und gleichzeitig auch die Rezeption offen, aber niemand war zu sehen. Ein Anruf bei Max ergab, dass dieser sich gerade in Finnland aufhält,- und erst gegen Abend wieder zurück sei. Er würde sich aber kümmern. Einchecken, bezahlen,- alles später. Kurze Zeit später kam dann jemand, der uns zeigte wo wir uns hinstellen können. Unser Stellplätze waren nahe dem Gebäude mit den Duschen und Waschgelegenheiten. Es ist eigentlich ein Multifunktionshaus. In dem Gebäude befindet sich noch ein Gemeinschaftsraum, eine Motorschlittenvermietung, eine Sauna, und vieles mehr.
Am Abend wurde es wieder sehr kalt. Der Vollmond war in ganzer Pracht am Himmel zu sehen. Bei jedem Schritt knirschte der Schnee unter den Schuhen. Sonst war es still, nirgends war ein Laut zu höhren.
Heute haben wir einen sehr schöner Tag am Campingplatz verbracht. Den ganzen Tag schien die Sonne von einem blauen Himmel. Wir machten einen Spaziergang vom Campingplatz zum nahen Fluss Torne. Mittig vom Fluss verläuft die Grenze zu Finnland. Abends bekamen wir noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen,- und auch der Mond zeigte sich nochmals von seiner schönen Seite.
Morgen geht für uns die Reise weiter. Wir verlassen Schweden,- und fahren nach Finnland.
Tag 18
Minus 12° C hatten wir es in der Nacht. Entgegen dem Wetterbericht hatten wir bereits am frühen Morgen Schneefall. Später, ab der finnischen Grenze, hatten wir es dann nur noch mit heftigem Schneefall zu tun.
Gegen 10:00 Uhr überquerten wir den Polarkreis. Willkommen in der Arktis. Kurze Zeit später fuhren wir über die finnische Grenze.
Die weitere Fahrt wurde immer schwieriger. Für mich die bisher heftigste Winterfahrt mit Wohnwagen. Erstmalig habe ich erlebt das am Wohnwagen mehrmals die ATC (Al-KO Trailer Control) zum Einsatz kam. Es ist ein Gefühl, als wenn jemand einem beim Laufen kurzzeitig am Gürtel festhält. Wir hatten fast keine, bis absolut keine Sicht. Oft waren kaum die Spurrillen vor dem Volvo zu erkennen. Ein ständiges Fahren im Snörök begleitete uns den ganzen Tag. Man musste ständig damit rechnen, dass vor einem plötzlich stehende Fahrzeuge auftauchten. Zwei LKW`s und ein PKW waren von der Fahrbahn abgekommen,- und lagen im Graben. Geschwindigkeiten über 50 km/h waren nicht möglich.
Die Bilder hat Barbara aus dem fahrenden Auto aufgenommen.
Unser eigentliches Ziel war der Camping Kyron Loma. Doch wir waren froh als wir Muonio erreichten. Kurz entschlossen zweigten wir ab zum Camp Friija Rental ,- und beendeten die Tour für heute.
Der Platz liegt direkt an der Straße 21. Der Check-In ist sehr einfach. Vor dem Tor befindet sich ein Schild mit allen Informationen. Nachdem man sich, gemäß den Vorgaben auf dem Schild, eingeloggt hat, kann man buchen. Nach erfolgter Zahlung erhält man einen PIN-Code. Mit diesem PIN-Code kann man das Tor, und die Türen zum kleinen Servicegebäude öffnen.
Als wir die Gespanne abgestellt hatten, fuhren wir noch zum „Swiss Café Konditorai“ Ein Muss wenn man schon mal hier ist. Das Café ist bekannt für seine Kombination aus Schweizer Konditoreikunst und finnischen Produkten. Es gilt als eines der nördlichsten Schweizer Cafés der Welt.
Morgen früh soll die Fahrt weitergehen, zu unserm eigentlichen heutigen Ziel, dem Camp Kyron Loma.
Während es draußen ohne Unterlass weiterhin schneite, machten wir es uns im Wohnwagen gemütlich.
Tag 19 - 25
Heute Morgen hatte es aufgehört zu schneien. Aus dem Fenster konnten wir sehen, wie einige große Abschleppwagen für LKWs auf der Straße unterwegs waren. Es war wohl noch einiges mehr aus dem Schnee zu ziehen. Wir konnten dagegen ganz entspannt weiter frühstücken.
Wir waren bereits fertig mit allem und wollten eigentlich bald losfahren. Doch plötzlich erschien im Display der ALDE ein Warnhinweis, mit der Meldung "Gasausfall". Erst einmal deutet dieser Hinweis darauf hin, dass der Brenner kein Gas mehr bekommt. Das kann mehrere Ursachen haben. Ich habe daraufhin alle Möglichkeiten geprüft. Nachdem ich nicht weiterkam, erfolgte ein erneuter Anruf beim ALDE Service in Deutschland. Aber auch dieser Anruf brachte keinen Erfolg. Die Platine hatte ja bereits einen Fehler, aber der konnte in Karlstad noch überbrückt werden. Nun nicht mehr. Es deutete darauf hin, dass auch die Ansteuerung zum Brenner nun defekt war. Nur noch die Elektropatrone funktionierte. Aber bei hohen Minusgraden schafft es die Elektropatrone nicht, den Wohnwagen über 10° C plus zu bekommen.
Für uns war die Reise nun leider vorbei.
Wir mussten uns von Barbara und Michael scheren Herzens verabschieden. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer,- und war ein sehr trauriger Moment. Das hatten wir uns alle ganz anders vorgestellt.
Während Barbara und Michael der geplanten Route weiter folgten, lag vor uns eine Strecke von ca. 1.800 Kilometer bis Göteborg. Wir rechneten mit einer Zeit von 6 Tagen für diese Strecke. Im Kopf kreisten die Gedanken. Fahren wir Campingplätze, oder Hotels an? Wir haben uns für die Campingplätze an der E45 entschieden. Im Endeffekt die richtige Entscheidung.
Der erste Stopp war für heute der Gällivare Camping. An der Rezeption, uns bediente Sascha, erwähnte ich unser Malheur. Sascha bot uns daraufhin eine mobile Elektroheizung an. Dieses Angebot nahmen wir gerne an. Zusammen mit der ALDE Elektroheizung wurde "Kraja" dadurch recht schnell warm. Wir durften die Heizung sogar auf unserem weiteren Weg mitnehmen. Es reichte ein kleiner Beitrag für die Kaffeekasse. Die Heizung hat uns auf dem weiteren Weg gut unterstützt. Dafür nochmals an dieser Stelle ein dickes - Danke.
Die nächsten Plätze die wir anfuhren waren der Camp Gielas in Arvidsjaur, der Östersunds Camping in Östersund, der Sollerön Carvan Club in Sollerön,- und der FirstCamping Skutberget in Karlstad.
In Östersund und in Karlstad verbrachten wir jeweils zwei Tage.
Zum Camp Gielas in Arvidsjaur muss noch gesagt werden, das er mit umgerechnet 50 Euro der mit Abstand teuerste Platz auf dieser Reise war. Zudem muss in der Wintersaison im ca. 1 Kilometer entfernten Hotel eingecheckt werden. Das bedeutete das ganze Gespann vor der Schranke wieder rückwärts wenden,- und die Strecke zum Hotel fahren. Dort hatten wir Glück, und konnten auf einem Parkplatz, gegenüber vom Hotel, unser Gespann parken. Das ging aber nur, weil sonst kein anders Fahrzeug sich dort befand.
Als wir auf dem FirstCamping in Karlstad angekommen waren, hatten wir fast die gesamte Strecke geschafft. Jeder hinter uns liegende Tag war mit mehreren Stunden Autofahrt verbunden. Entfernungen die wir im Normalfall so nicht gewählt hätten.
Die weitere Strecke nach Göteborg war nun überschaubar, so das ich den Abfahrtstermin für die Fähre umbuchen konnte. Dank Flex-Tarif war das problemlos möglich.
Tag 26
Der letzte Tag in Schweden auf dieser Tour. Für heute war die Abfahrt der StenaLine in Göteborg geplant. Gegen 10:00 Uhr am Morgen verließen wir den Campingplatz in Richtung Göteborg. Um 14:15 Uhr erreichten wir den Fährhafen. Ab 16:00 Uhr begann der Check-In.
Wir hatten es geschafft.
Das Wetter war uns auf der gesamten Rückfahrt wohl gesonnen. Je näher wir Göteborg kamen, desto wärmer wurde es. Eigentlich nicht so schön auf einer Wintertour. Doch dieses Mal waren wir froh darüber. Bereits in Mittelschweden war nicht mehr viel Schnee vorhanden. Im Süden war vom Winter gar nichts mehr zu erkennen.
Erneut hatten wir großen Spaß auf dieser Tour. Wenn auch am Ende die Technik nicht ganz durchgehalten hat, so war es doch eine tolle Tour. Es waren wieder über 5.000 Kilometer durch herrliche Landschaften, Gespräche mit lieben freundlichen Menschen,- und Eindrücke, die wir nicht vergessen werden. Die Hundeschlittentour gehört mit Sicherheit dazu.
Camping in der Arktis, die Welt weit nördlich vom Polarkreis ist für uns eine andere. Aber eine sehr schöne.
Nun ist die Reise vorbei.
Aber wie heißt es so schön?
Nach der Reise ist vor der Reise
Als Fazit bleibt zu sagen...
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... zum Wohnwagen
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Beim Wohnwagen gab es nur wenig vorzubereiten. Damit es durch die Dachluken, vor allem in der Nacht, nicht unangenehm zieht, reicht es aus, die integrierten Sonnenrollos fast (ein kleiner Spalt blieb auf) zu zuziehen. Das hat sich, bereits auf den letzten Wintertouren, als sehr effektiv und einfach herausgestellt. Für die beiden Seitenfenster im Schlafbereich haben wir die bereits bewährte Methode von der letzten Tour eingesetzt. Wir wollten in der Nacht bei keinem Fenster die Rollos hochziehen. Es sollte vielmehr jedes Fenster ohne Hindernisse von Luft umströmt werden. Für die Privatsphäre haben wir uns dazu bei einem Discounter eine preiswerte Fleecedecke gekauft. Aus dieser Decke wurden dann in passender Fenstergröße für den Schlafbereich (jeweils etwas größer), zwei Stücke geschnitten und an den Rändern umgenäht. Diese kleinen Stücke konnten dann am Abend von innen vor die Fenster gehängt werden. Am nächsten Morgen konnte man sie ganz einfach wieder entfernen. Zusätzlich haben wir dann noch den Trennvorhang (trennt Schlafbereich vom Wohnbereich) im Wohnwagen zu gezogen. Man kann auch die Fenster von außen mit einer Thermofolie zu hängen. Das sollte aber nach unserer Meinung nicht ohne zuvor aufgebrachte Schutzfolie auf den Acrylfenstern passieren. Denn Aryl ist doch sehr kratzempfindlich. Unsere innen befindlichen Vorhänge hatten dazu noch einen Vorteil,- man konnte mal eben nach draußen sehen. Nach demselben Prinzip wurde auch die Eingangstür verhängt.
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... zum PKW
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Bereits auf den letzten Wintertouren hatten wir viel Wert daraufgelegt, dass unser Volvo bestmöglich vorbereitet wurde. Doch was heißt das? Wir haben ab Werk eine Standheizung verbaut. Zusätzlich ist eine elektrische Motorvorwärmung verbaut. Das hat sich erneut als hervorragend herausgestellt. In Schweden hat dieses Zusatzteil praktisch jedes Auto. Nach jeder Tour wurde der Wagen einfach per Kabel mit der 230V Ausgangssteckdose vom Wohnwagen verbunden. Der Rest lief von allein. Es gab die ganze Zeit nie einen Kaltstart. Der Wagen war sofort auf Nenndrehzahl. Unser XC70 ist ein Allradfahrzeug. Das habe ich schon immer geschätzt. Auch auf dieser Tour hat es sich als sehr angenehm herausgestellt. Es gab nie eine Situation die brenzlig war. Selbst bei heftigem Seitenwind auf verschneiter Straße nicht. Trotzdem hatten wir Schneeketten dabei. Als Winterreifen hatten wir uns finnische, der Marke Nokian, ausgesucht. Auch sie haben ihren Job hervorragend erledigt. Kurz vor der Reise haben wir den Dieselfilter austauschen lassen. Die Batterie sollte zuvor eindringlich geprüft werden. Wir hatten wieder zwei Behälter Scheibenwaschkonzentrat für bis zu minus 60° C dabei. Bei einem Mischungsverhältnis von 1:2 hätten wir 4x den Behälter im Auto füllen können. Für unsere Tour hat es ausgereicht.
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... zum Gas
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Wir hatten insgesamt fünf 11kg Gasflaschen mit. Eine leere Flasche haben wir gegen eine volle Flaschen getauscht. Drei volle Flaschen haben wir wieder mit nach Hause gebracht. Das war natürlich dem Umstand vom Heizungsdefekt geschuldet. Aber, umgerechnet auf die Tage, haben wir ca. 1 kg Gas pro Tag verbraucht. Das hat deshalb so gut funktioniert, weil wir auf jedem Campingplatz mit Strom geheizt haben. Während der Fahrt haben wir den Wohnwagen im Inneren mit einer Temperatur von 16° C geheizt. In Schweden bezahlt man den Stellplatz „mit Strom“ oder „ohne Strom“. Bis auf zwei Ausnahmen hatten wir immer 16A zu Verfügung. Im Winter nimmt jeder einen Stellplatz mit Strom. Und im Gegensatz zu anderen Ländern, wo der Strom nach Verbrauch abgerechnet wird, ist der Strom in Schweden grundsätzlich pauschal. Und jeder weiß wieviel Strom im Winter verbraucht werden kann. Neben einer ALDE Heizung kann zum Beispiel auch die Combi E 6 von Truma mit Strom und Gas heizen. Wir haben aber auch Camper kennen gelernt, die nur Gas zu Verfügung hatten. In solch einem Fall (aber auch sonst) sollte man zuvor wissen, wo man die deutsche 11 kg Flasche füllen lassen kann. Tauschen, so wie wir es kennen, ist (fast) nie möglich. In Finnland überhaupt nicht. Für solche Fälle sollte auch der richtige Fülladapter dabei sein.
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... zur Kleidung
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Warme Kleidung für alle Körperteile ist wichtig. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Bei Kälte reagiert jeder Mensch anders. Bei Anne und mir ist es zum Beispiel so, dass Anne wesentlich schneller friert als ich. Sie hat aber auch auf dieser Tour nicht ein einziges Mal gefroren. Auch nicht bei stundenlangem Aufenthalt in der Natur bei minus 20° C. Was auch wichtig ist, lieber zu warm anziehen, als erst zu frieren und dann später versuchen sich wärmer anzuziehen. Das funktioniert nicht. Einen kalten Körper bekommt man so nicht mehr warm. Im Einzelnen soll eine kleine Aufstellung über unsere Ausrüstung informieren.
- Handschuhe: Wir haben Fingerlinge gehabt. Darüber wurde ein guter Fausthandschuh gezogen. Dieser hing an einer Gummibefestigung am Handgelenk. Wollte man jetzt zum Beispiel ein Foto machen, wurde der Fausthandschuh kurz abgestreift,- und anschließend wieder übergezogen.
- Kopfbedeckung: Warme Ohren sind genau so wichtig wie warme Hände. Deshalb ist eine (oder mehr) warme Kopfbedeckung sehr wichtig. Für die ganz kalten Tage hatten wir ein Singi Heater. Manche kennen sie auch unter dem Begriff "Bärenfellmütze". Ein Schal gehört natürlich ebenso dazu.
- Lange Unterwäsche: Jeder von uns hatte bei langen Aufenthalten draußen lange Unterwäsche an. Dadurch wurde schon mal eine gewisse Grundwärme erreicht.
- Hosen: Hier hatten wir jeder eine Thermohose, sowie eine Skihose. In vielen Fällen hat die Thermohose ausgereicht. Die Skihose kam nur bei längeren „Outdoor Einsätzen“ zum Einsatz. Normale Jeans haben wir nur auf den Fähren angezogen.
- Jacken: Jeder von uns hatte eine sehr warme,- und eine gut gefütterte Jacke dabei. Zusätzlich hatten wir noch je eine Fleecejacke dabei. Die reichte, um ins Sanitärhaus oder ähnlichem zu gelangen.
- Schuhe: Wir hatten jeder ein paar Winterschuhe,- und zusätzlich Winterstiefel dabei. Beide hatten echtes Fell innen,- und außen Leder. Im Vorfeld hatten wir uns diese Einlagen geholt, die man in die Schuhe einlegen kann,- und die Füße schön warmhalten sollen. Das hat bei uns nicht so gut funktioniert. Für kurze Zeit waren die Füße sehr warm, danach aber eher nicht. Hier haben nur dicke, gute Socken (unsere sind aus Merinowolle) auf Dauer geholfen. Die normalen Crocs, die ein jeder Camper kennt, sind sowieso immer dabei. Sie haben völlig ausgereicht um, zum Beispiel, das Sanitärhaus zu erreichen.
Die Liste kann natürlich beliebig erweitere werden. Aber dicke Sachen nehmen nun mal viel Platz ein im Wohnwagen. Und an warme Pullover,- und ein paar warme Fleece Shirts, usw. muss auch gedacht werden.
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... zur Fähre
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Wir hatten bei dieser Tour die Hinfahrt der Fährverbindung von Kiel nach Göteborg fest gebucht. Für die Rückfahrt, von Göteborg nach Kiel, hatten wir uns für den Flex-Tarif entschieden. Damit kann dann der eigentlich geplante Rückfahrtermin, flexibel umgebucht werden. Das geht ganz problemlos. Lediglich der Differenzpreis muss noch gezahlt werden. Wenn man Glück hat, bekommt man sogar ein paar Euro erstattet.
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... und sonst?
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Natürlich gehört eine gewisse Vorbereitung bei so einer Tour dazu. Das ist aber alles kein Hexenwerk,- und macht zudem noch Spaß. Wichtig ist, welche Campingplätze haben im Winter überhaupt auf? Und selbst wenn man im Vorfeld eine Bestätigung der Öffnungszeiten erhalten hat, ist es besser sich einen Tag vorher anzumelden. Die Erfahrung hat es gezeigt. Ist der Tank halb voll,- oder halb leer? Egal, tankt wenn die Hälfte erreicht ist. Das Tankstellennetz ist zwar etwas dichter geworden, aber bei weitem nicht so wie bei uns zu Hause. Und es macht keinen Spaß bei minus Graden irgendwo im Nirgendwo mit leerem Tank zu stehen. Bezahlt wird übrigens fast ausnahmslos bargeldlos. Die Visa-Karte und vielfach auch die Maestro-Karte wird überall angenommen. Gerade auch an den Tankstellen, die oftmals „Mannlos“ sind, werden sie dringend benötigt. Wer es kann, sollte sich nicht unter Zeitdruck setzen. Ob du nach drei, vier, oder fünf Wochen wieder zu Hause bist, spielt am Ende keine Rolle. Andere Faktoren sind da wichtiger. Und wenn solch eine Winterreise geplant,- und durchgeführt wird, sollte sie auch in winterlicher Landschaft stattfinden. Will heißen, oft ist es so, dass je weiter man wieder zurück Richtung Süden kommt, das Wetter vielfach dem hier zu Lande entspricht. Solche Tage haben wir nur noch als Reisetage verwenden, umso mehr Tage hatten wir für die schönen Landschaften zu Verfügung.
Und sonst? Macht es einfach!
Alle unsere Winterreisen kannst du hier nachlesen.
ENDE
Die hier beschriebenen Einrichtungen spiegeln den Stand aus dem jeweiligen Jahr wieder,- und können sich bis heute teilweise,- oder auch vollkommen verändert haben.
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