Eine Küstentour in Schleswig-Holstein
im September
2026 in Deutschland
Während unserer letzten großen Sommertour in Deutschland (Reisebericht) hatten wir einen Punkt auf der Landkarte ausgelassen. Schleswig-Holstein, den nördlichsten Zipfel von Deutschland. Das wollten wir auf dieser Tour ein wenig nachholen. Wir fuhren an der Nordseeküste in Richtung Norden,- und an der Ostseeküste wieder in südlicher Richtung zurück. Wir hatten uns bewusst für die Küsten entschieden, wir wollten das Meer "schnuppern".
Bis auf die ersten beiden Plätze hatten wir keinen Platz für die Reise zuvor gebucht. Vielmehr haben wir von dem Platz auf dem wir gerade standen, bereits den übernächsten Platz angefragt,- und dann gegebenenfalls reserviert. So konnten eventuelle Belegtage besser verteilt werden. Diese Methode hat erneut gut funktioniert.
Der erste Ort den wir besuchten, war der Camp28 in Bremen. Der frühere HanseCamping Bremen, wird von uns immer wieder gerne angefahren, wenn es Richtung Norden geht.
Das ganz heiße Wetter vom Sommer 2026 war vorbei. Die Großwetterlage hatte umgeschlagen. Überwiegend hatten wir auf dieser Tour gutes Wetter, aber insbesondere die ersten Tage waren stürmisch und teilweise sehr regnerisch.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter. Unser Ziel war der Minicampingplatz "Üner Diek" in Friedrichskoog-Spitze. Der Platz befindet sich 100 Meter hinter dem Deich. Viel näher geht es nicht. Am Anfang standen wir alleine auf dem Platz. Erst einen Tag vor unserer Weiterfahrt, kamen weitere Camper hinzu.
Was beachtet werden muss,- der Platz bietet keine Entsorgungsmöglichkeiten an. In ca. 400 Meter Entfernung befindet sich ein Wohnmobilstellplatz auf dem jeder Camper kostenlos (!)* entsorgen kann.
In Friedrichskoog-Spitze hatten wir es mit dem heftigsten Wind auf der gesamten Tour zu tun. So mancher Strandkorb konnte da nicht widerstehen.
* Stand: 09/26
Bisher habe ich immer gedacht das Ebbe und Flut etwas mit dem Mond zu tun hat. Bei Flut zieht der Mond das Wasser der Meere mit seiner Anziehungskraft ein wenig zu sich hin. Und da wo das Wasser hingezogen wird, entsteht ein Wasserberg, und wir haben Flut. Und da sich die Erde einmal am Tag im Kreis dreht, wandert der Wasserberg mit. Dadurch sinkt das Wasser am Ufer wieder,- und wir haben Ebbe.
In Friedrichskoog-Spitze habe ich gelernt, dass das wohl so nicht stimmt. Vielmehr kommt alle 6 Stunden jemand von der Gemeinde,- und dreht an der Kurbel. Und so entsteht Ebbe und Flut hier oben.
Sehr seltsam. 😀
Unser nächstes Ziel war der Comfort-Camp Eider in Tönning. Der Platz liegt in unmittelbarer Nähe der Eider. Der Historische Hafen von Tönning ist bequem zu Fuß vom Campingplatz in wenigen Gehminuten zu erreichen.
Ein Besuch vom Eidersperrwerk durfte, trotz miesem Wetter, nicht fehlen. Das Sperrwerk befindet sich an der Mündung der Eider, bei Tönning. Hauptzweck dieses größten deutschen Küstenschutzbauwerkes ist der Schutz vor Sturmfluten der Nordsee.
Nur wenige Kilometer entfernt von Tönning befindet sich St. Peter-Ording (SPO), mit seinen berühmten Pfahlbauten. Sie sind die Wahrzeichen von SPO,- und stehen auf bis zu 7 Meter hohen Stelzen direkt auf dem endlosen Strand.
Bereits 1911 öffnete der erste Pfahlbau in St. Peter-Ording seine Türen. Der Name, die "Giftbude" war Programm. Der Name ist abgeleitet vom plattdeutschen. Nach dem Sprung in die Nordseewellen war es Sitte, das es immer "een gifft". Frei übersetzt,- "es gibt noch etwas". Typischerweise wurde ein Schnaps getrunken. So entstanden gesellige Runden in der ersten Giftbude. Mittlerweile hat St. Peter-Ording 6 Pfahlbaurestaurants. *)
* Stand: 09/26
Der Leuchtturm Westerheversand steht an der Nordsee auf einer Warft vor dem Ort Westerhever. Er ist das Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt. Das Leuchtfeuer wird vollautomatisch vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Tönning aus gesteuert. Den Leuchtturm kann vom Parkplatz am Außendeich nur zu Fuß, durch die Salzwiesen, erreicht werden. Die Strecke beträgt ca. 2,5 Kilometer.
Unser nächster Campingplatz Stopp war der Campingplatz Elisabeth Sophien-Koog, am Nordstrand, gegenüber der Insel Pellworm. Von hier aus wollten wir ein paar Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln unternehmen. Alle haben wir nicht geschafft, aber Föhr und Sylt schon.
Der Campingplatz befindet sich direkt hinter dem Deich. Der Hafen von Nordstrand ist in wenigen PKW-Minuten vom Campingplatz aus zu erreichen. Perfekt um von hier aus die Inseln zu besuchen.
Als erstes besuchten wir die Insel Föhr. Da die Fährschiffe nicht direkt eine Insel anfahren, sondern vielmehr alle Inseln, die auf der Strecke liegen, ebenso anfahren, muss man für einen solchen Ausflug einen ganzen Tag einplanen. Zudem müssen die Schiffe den natürlichen Fahrrinnen im Wattenmeer folgen, was ebenfalls Zeit kostet.
Die Insel Föhr gehört zu den Nordfriesischen Inseln,- und ist die größte und bevölkerungsreichste deutsche Insel ohne Straßen- oder Bahnverbindung zum Festland. Bereits im Vorfeld hatten wir, zusammen mit dem Fährticket, eine Busfahrt über die Insel gebucht. Es ist sonst nicht an einem Tag zu schaffen, so viel wie möglich über die Insel zu erfahren.
Während der Inseltour mit dem Bus, wurden wir mit allerlei Geschichten über die Insel Föhr versorgt. Und das immer mit einer gehörigen Portion norddeutschem Humor. Besonders interessant war es,- die Föhringer schimpfen ständig über die Amrumer,- und umgekehrt. Aber gibt es irgend etwas gegen die Sylter zu sagen, halten beide Inselvölker zusammen wie Pech und Schwefel.
Am nächsten Tag besuchten wir die Insel Sylt. Die Ablegestelle war dieselbe, wie zuvor nach Föhr. Und auch das Schiff, die "Adler-Express", wartete wieder zur gleichen Zeit auf uns.
Und auch für diesen Ausflug hatten wir bereits eine Bustour über die Insel gebucht. Abschließend können wir sagen, uns hat Sylt nicht gefallen, Föhr dagegen schon. Amrum soll noch schöner sein, aber dort werden wir das nächste Mal hinfahren.
Vom Campingplatz gut zu erreichen, ist Friedrichstadt. Der Ort befindet sich im Süden Nordfrieslands am Zusammenfluss von Eider und Treene,- und wird wegen der kleinen Kanäle und Treppengiebelarchitektur auch „Klein-Amsterdam“ oder „Holländerstädtchen“ genannt.
Ein paar Tage später wechselten wir die Seite. Genauer gesagt,- verließen wir die Nordseeküste,- und fuhren einmal quer durch Schleswig-Holstein zur Ostseeküste. Unser Ziel war der Camping Fördeferien Bockholmwik, in der Nähe von Flensburg. Wir bekamen einen Platz im oberen Teil des Campingplatzes, leider ohne direkten Blick auf die Ostsee.
Das Wahrzeichen von Flensburg ist das Nordertor (dänisch: Nørreport). Erbaut wurde es 1595,- und bildete bis 1795 die nördliche Begrenzung der Stadt,- und war damit ein wichtiger Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.
Ein paar hundert alter Schuhe hängen an alten Straßenbahn-Oberleitungen über die Norderstraße gespannt. Das Phänomen wird in Flensburg etwa auf das Jahr 2005 datiert. Woher der Brauch genau kommt ist nicht so ganz klar. Laut Überlieferungen warf damals der Besitzer eines Skateshops nach dem Verkauf neuer Schuhe die alten Modelle von Kunden über die Leinen. Vielleicht handelte es sich aber um eine Werbeaktion eines ehemaligen Schuhgeschäfts. Irgendwie sieht es gut aus,- und ist in der Zwischenzeit ein beliebtes Fotomotiv geworden.
Der alte Flensburger Hafen ist wirklich schön. Er lädt zum spazieren gehen und verweilen ein. Neben einer aktiven Holzwerft direkt am Hafen, in der traditionelles Handwerk und der Bau historischer Holzschiffe live miterlebt werden kann, sowie einem historischen Krahn aus dem Jahr 1726, gibt es so einiges zu entdecken, und zu bestaunen.
Unser Weg führte uns weiter entlang der Ostseeküste in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war der Campingplatz Karlsminde bei Eckernförde. Wir bekamen einen sehr schönen Platz mit direktem Blick auf die Eckernförder Bucht.
Eckernförde bietet viel, aber vor allem eine charmante historische Altstadt und einen historischen Stadthafen. Hier ist auch die alte Holzklappbrücke von 1872 zu sehen. Direkt neben der Brücke befindet sich das historische Pegelhaus mit dem Ostsee-Wasserstandsanzeiger.
Unser nächste Ziel war der Camping Blank Eck bei Heiligenhafen. Die Zufahrtsstraße zum Campingplatz ist schmal und lang. Zudem muss mit großen Lkws gerechnet werden, die alle entweder zur nahen Kies,- und Sandkuhle, oder zur Abfallverwertungsgesellschaft möchten. Beides weit genug entfernt vom Campingplatz.
Wir bekamen einen großen Stellplatz, nahe dem Sanitärgebäude. Einen Stellplatz, oben an der Steilküste, wollten wir nicht. Das Gelände ist ziemlich uneben. Zudem ist man permanent dem Wind ausgesetzt.
Nur ein paar Schritte vom Stellplatz entfernt, ist ein kleiner Durchgang der direkt zur Ostsee führt. Bei unserem Besuch hatte es ordentlich geweht,- und entsprechend war das Meer aufgewühlt.
Wir besuchten von hier aus Heiligenhafen. Der Ort liegt sehr schön an der Ostsee,- und hat ein paar schöne Ecken,- ist aber vor allem in der Hauptsaison von Touristen überlaufen, wie so viele schöne Orte.
Und wenn man schon mal hier ist, sollte ein Besuch in Burg auf Fehmarn nicht fehlen. Der Ort ist das touristische Zentrum und der Hauptstadtteil der Ostseeinsel Fehmarn. Die Hängebrücke über den Belt war zwar, wegen dem starken Wind, für Lkws ohne Ladung,- und für Wohnwagengespanne gesperrt, aber für reine Pkws gab es keine Einschränkungen.
Wir setzten unsere Reise fort. Das nächste Ziel war der Camping Mare in Grömitz. Ein sehr schöner Platz, direkt am Lensterstrand. Auch dieser Campingplatz hat schmale Zufahrten zu den einzelnen Parzellen. Aber alles kein Problem.
Grömitz ist ein beliebtes Ostseeheilbad,- und gilt seit 1813 als eines der ältesten Seebäder an der Ostsee. Über 8 Kilometer feinsandiger Strand,- und eine rund 3,5 Kilometer lange Promenade laden zum Erholen ein. Dementsprechend voll kann es dann auch in der Hauptsaison werden. Zu unserer Zeit war von Trubel aber keine Rede.
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist sicherlich die Seebrücke mit der Tauchglocke.
Die Tage in Grömitz waren die letzten auf dieser Reise. Nach ein paar Tagen Aufenthalt machten wir uns auf den Heimweg. Der Camping Aller-Leine-Tal wurde noch für eine letzte Zwischenübernachtung angefahren, bevor die Reise, einen Tag später, endgültig zu Ende war.
Diese Mal haben wir die Küsten von Schleswig-Holstein besucht. Auf einer der nächsten Touren werden wir den einen oder anderen Ort im Innern besuchen.
Denn,- nach der Reise ist vor der Reise.
Die hier beschriebenen Einrichtungen spiegeln den Stand aus dem jeweiligen Jahr wieder,- und können sich bis heute teilweise,- oder auch vollkommen verändert haben.
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