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2012 - Rund um den See Vättern - Teil 3

Tag 11 bis 15 von insgesamt 22 Tagen

Tag 11

In der Nacht hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel war heute Morgen bedeckt. Immer wieder kam die Sonne zum Vorschein. Für heute hatten wir uns eine kleine Besichtigungstour durch Tiveden vorgenommen.

Nach dem Frühstück besuchten wir als erstes Fagertärn.
Der See Fagertärn ist vor allem durch seine roten Seerosen bekannt geworden. Zwischen Mitte Juli und Mitte August blühen sie am stärksten. Der Überlieferung nach wurden sie 1856 von Agaton Kjellmark entdeckt. Ein ca. 2 km langer Wanderweg führt um den See. Erst gerade,- um dann wie in ganz Tiveden üblich, über Stock und Stein, immer dicht am Ufer entlang, weiter zu führen.

An manchen Stellen haben wir rote Seerosen gesehen. Ein Paar aus Deutschland erzählte uns, sie seien vor 15 Jahren zu letzt am See gewesen. Damals wären es viel mehr gewesen. Und tatsächlich, so ist in einem Faltblatt zu lesen, deutet vieles darauf hin, das die Anzahl der Pflanzen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Man forscht bereits an den Ursachen.

 

 

Unsere Reise führte uns weiter nach Tivedstorp, ein ursprüngliches Dorf, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. In der Zwischenzeit hatte es schauerartig angefangen zu regnen.

Und bevor wir wieder zum Wohnwagen fuhren besuchten wir noch Kullängsstugan,- ein ungewöhnlich großes Zweizimmerhaus aus dem Jahre 1693. Das gewaltige Haus war noch bis 1936 bewohnt. Beeindruckend sind die mächtigen Stämme aus denen es gebaut wurde.

Und so erreichten wir erst am frühen Abend wieder unseren Wohnwagen.

Tag 12

Der Regen weckte uns an diesem Morgen recht früh. Wir hatten bereits gestern beschlossen den heutigen Tag als Reisetag zu benutzen. Einen Tag früher als ursprünglich geplant. Während des Frühstücks wurde der Regen weniger. Wir konnten im trockenen unsere 7 Sachen zusammen packen. Schnell noch auschecken,- und schon ging es los. Vadstena-Camping nahe bei Vadstena, war unser nächstes Ziel. Die Fahrt verlief reibungslos. Bereits um 12:45 Uhr stoppten wir vor der Rezeption. Freundlich wurden wir begrüßt,- und erhielten einen Platzplan um uns einen Platz auszusuchen. Doch es half nichts, es war nicht unser Platz. Er war uns zu voll und zu nah an der Hauptstraße. Der Platz ist bestimmt nicht schlecht, aber er war eben nicht "unser".
Wir drehten das Gespann und verließen den Platz wieder.

 

Wir fuhren zurück Richtung Motala, und von dort aus nach Borensberg.
Der dortige Strandbadets Camping war unser neues Ziel.

 

 

Dieser Platz gefiel uns auf Anhieb. Wieder hatten wir Glück und erhielten einen Platz mit Blick auf den Boren-See. Der Boren-See ist der letzte See vor Motala. Es folgt noch die Schleuse in Motala und danach befindet man sich im Vättern-See.

Nachdem "Isolde" wieder versorgt war, fuhren wir noch zur nahen Borensberg-Schleuse. Hier befindet sich auch das Kanalhotel. Wohl eines der am meisten fotografierten Gebäude am Kanal.

Direkt neben der Schleuse befindet sich die Touristeninformation. Wie immer bei unseren Besuchen, "plünderten" wir auch diese,- und versorgten uns mit reichlich Informationsmaterial. Denn ab morgen wollten wir den Göta-Kanal erkunden.

Tag 13

Die Sonne blinzelte uns heute Morgen wieder durch die geöffnete Dachlucke an.
Es versprach ein schöner Tag zu werden.

 

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Motala, um uns dort die Schleusen von Borenshult an zu sehen. Sie bilden die zweitgrößte Schleusentreppe des Göta-Kanals. In fünf Schleusenkammern überwinden die Boote eine Höhe von 15 Metern. Das Wetter war herrlich,- und so legten wir einen längeren Stopp ein. Am unteren Ende der Schleusentreppe lag die berühmte "JUNO". Ein Kreuzfahrtschiff, mit dem man den gesamten Kanal entlang fahren kann.

 

 

Es wurden eine Menge an Sportbooten geschleust. Es ist schon beeindruckend, wie schnell eine Schleusenkammer geleert werden kann.

Wir machten uns weiter auf den Weg nach Motala. Dort wollten wir noch unbedingt die beiden Pavillons besuchen, in denen die Geschichte über den Kanalbau und deren damalige Technik gezeigt werden. Sie befinden sich gegenüber dem Industriemuseum.

 

 

Der Eintritt musste in dem nahen Café bezahlt werden. Wir bekamen eine Chipkarte und konnten die Pavillons betreten. Neben allerlei kleineren Ausstellungsecken, in denen die verschiedensten Sachen, rund um den Kanalbau gezeigt werden,- ist auch der Privilegienbrief zu sehen, der den Beginn des Kanals einleitete.

Anschließend fuhren wir weiter nach Motala hinein, hinunter an den Hafen. Es herrschte buntes Treiben. Hier befindet sich auch das Motormuseum,- und das Radiomuseum. Beide besuchten wir aber nicht.

Unserer Reise führte uns weiter nach Vadstena. Hier fuhren wir direkt zum Vadstena-Schloss. Für eine Besichtigung war es allerdings schon zu spät. Das wollten wir morgen nachholen.

 

Wir schlenderten noch durch die Straßen und kamen so zum Kloster. Das Klostermusem Sancta Birgitta hatte noch geöffnet. Birgitta,- Mutter, Ehefrau, Prophetin,- und Heilige. 1303 wurde sie in Finsta geboren, gestorben ist sie 1373 in Rom. Der Papst erklärt Birgitta im Jahr 1999 zur Schutzheiligen Europas. Das eigentliche Kloster, in dem heute noch Nonnen leben, bleibt für Besucher geschlossen. Das Museum ist in dem alten Königspalast und späteren Nonnenkloster untergebracht.

Erst am späten Abend fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen,- und genossen noch die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages.

Tag 14

Zuerst war an diesem Morgen der Himmel noch etwas bedeckt. Doch die Sonne gewann schnell die Oberhand. Wie gestern schon beschlossen fuhren wir nach dem Frühstück als erstes nach Vadstena um das Vadstena-Schloss zu besuchen.

 

1545 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Man errichtete 4,5 Meter dicke Mauern aus Felsgestein mit Wachturm und 4 Rundtürmen. 1555 änderte man die Pläne. Die Burg sollte nun ein Schloss werden.

 

Seit der Fertigstellung im 17. Jahrhundert ist es gelungen, das Schloss von Vadstena sehr gut zu bewahren. Seit 1716 diente das Schloss aber nicht mehr als Wohnsitz der königlichen Familie.
Der Verfall begann.
Heute kann man nur noch im ersten, im zweiten,- und im dritten Stockwerk einzelnen Räume und die Schlosskirche besichtigen.

Nach der Besichtigung fuhren wir erneut nach Motala. Dort buchten wir für den nächsten Tag eine Schiffstour. Wir werden mit der "MS Kung Sverker" eine fünfstündige Fahrt über den Göta-Kanal unternehmen. Inklusive mehrerer Schleusenfahrten.

 

 

Nicht allzu weit von Motala befindet sich der kleine Ort Rök. Und hier gibt es etwas ganz besonderes zu besichtigen,- den Runenstein von Rök,- den "Rökstenen". Anfang des 9. Jahrhundert ließ der mächtige Wikinger-Häuptling Varin die Runen des Rök-Steins zu Erinnerung an seinen toten Sohn Vämod ritzen.

 

 

Der Stein ist ca. 2,5 Meter hoch und ist von 700 Runen übersät. Jahrhundertelang hat er die Forscher fasziniert,- und viele haben versucht das Rätsel des Runen-Steins zu lösen.
Die Inschrift ist auch in übersetzter Form schwer verständlich.

 

 

 

Wir fuhren weiter nach Linköping. Dort wollten wir "Gamla-Linköping" besuchen. Eine schwedische Kleinstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Alle Häuser sind original, standen aber ursprünglich woanders.

 

 

 

Die gesamte Stadt ist künstlich aufgebaut worden. Jedes Haus wurde an seinem Originalstandort abgebaut,- und hier wieder aufgebaut. Alle Häuser sind geöffnet für die Besucher.

Erst Abends waren wir wieder zurück am Wohnwagen.

Tag 15


Heute mussten wir etwas früher aufstehen als sonst. Doch das taten wir gerne. Denn heute wollten wir mit der "MS Kung Sverker" unsere Göta-Kanal Tour starten. Das Schiff legte pünktlich um 10:30 Uhr in Motala ab.
Schon nach wenigen Minuten passierten wir die erste Schleuse,- und die erste Brücke öffnete sich. Die Sonne schien vom Himmel,- und so konnten wir die ganze Tour draußen auf dem Vordeck genießen.

 

 

Unsere Fahrt ging weiter, vorbei an dem Grab von Baltzar von Platen,- dem Erbauer des Göta-Kanals. Ihm zu Ehren ertönte bei der Passage ein langer Ton aus dem Schiffshorn.

 

 

 

Weiter führte die Fahrt bis nach Borenshult. Dort durch fuhren wir die Schleusentreppen von Borenshult. Es ist die zweitgrößte Schleusentreppe am Göta-Kanal. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis die 5 Schleusen zu durchfahren und einen Höhenunterschied von 15 Meter zu überwinden.

 

Es folgte eine Rundfahrt auf dem See Boren, vorbei an Schloss Scharlottenborg, bis nach Borensberg. Dort wurde eine kleine Pause eingelegt. Anschließend fuhren wir die selbe Strecke wieder zurück. Nach 5 Stunden endete die Fahrt wieder in Motala.

Es werden viele schöne Fahrten auf dem Göta-Kanal angeboten. Wir haben bewusst diese Tour gewählt. Wir wollten unbedingt einmal mit dem Schiff eine Schleusentreppe erleben.

Es war ein herrlicher Tag. Wir saßen noch lange draußen am Wohnwagen und genossen den schönen Sonnenuntergang.