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2015 - Reise zum schwedischen Polarkreis - Teil 1

Tag 1 bis 7 von insgesamt 22 Tagen

Diese Reise sollte die bisher längste, in einem Sommerurlaub, für uns werden. Immer entlang der E45 wollten wir hinauf bis zum schwedischen Polarkreis. Jokkmokk war unser Ziel. Bis auf wenige Ausnahmen gab es für diese Reise keine zuvor geplanten Stops auf Campingplätzen. Vielmehr ließen wir uns bei der Suche nach einem Campingplatz von unserer inneren Uhr leiten. Wir durchquerten nacheinander die Regionen Halland, Västra Götaland, Värmland, Dalarna, Jämtland,- und Västerbotten.

Tag 1


Um 8:20 Uhr verließen wir unseren Heimatplatz. Für uns begann nun die längste Reise in einem normalen Sommerurlaub. Das Ziel war Jokkmokk am schwedischen Polarkreis. Immer entlang der E45 wollten wir dieses Ziel erreichen. Unser erstes Etappenziel war, wie in den Jahren schon zuvor, den Camping Strandparadies – Großenbrode in  Großenbrode. Wir erreichten den Platz um 16:30 Uhr. Das Wetter hatte sich die ganze Fahrt trocken verhalten. Nachdem „Kraja“ versorgt war, schlenderten wir, wie sonst auch immer, zur nahen Strandpromenade, um noch etwas Leckeres zu essen. 

Tag 2


Wie immer verließen wir Großenbrode am frühen Morgen. Allerdings nicht ganz so früh wie die Jahre zuvor. Erst um 8:30 Uhr standen wir vor der Schranke. Die Straßen waren frei,- und so erreichten wir bereits um 8:50 Uhr die Fährstation in Puttgarden. Diese Mal entschied ich mich für ein Doppelticket. Also einmal von Puttgarden nach Rødby und weiter von Helsingør nach Helsingborg. Als wir in Helsingborg von der Fähre fuhren waren wir endlich wieder in „unserem“ Schweden.

 

Eigentlich wollten wir noch an diesem Tag einige Kilometer mehr fahren. Doch irgendwie wollte der innere Wille nicht so Recht. Wir suchten uns den schönen Platz Morups lilla Gårdscamping in Morup aus. Ein herrlicher kleiner Platz unweit der E6. An diesem Abend besuchten wir ein nahe gelegenes Fischrestaurant direkt am Wasser.

Tag 3

Kühl war es an diesem Morgen. Gerade einmal 12° C waren es draußen. Dafür schien aber die Sonne von einem herrlichen Himmel. Heute wollten wir eine weite Strecke zurücklegen. Der Campingplatz E45 sollte unser Ziel sein, so der Plan. Um 9:25 Uhr verließen wir den Morups lilla Gårdscamping. Hinter Göteborg verließen wir die die E6 und wechselten zur E45, die von nun an „unsere“ Straße war. Die Straße war sehr gut zu fahren. Kleine Regenschauer begleiteten uns auf unserem Weg. Um 17:15 Uhr erreichten wir dann unser Tagesziel den Camping E45, kurz hinter Torsby. Von Frank und Doro, den Eigentümern, wurden wir sehr herzlich begrüßt. Fast schon so, als wären wir schon ein paar Mal bei ihnen gewesen.

 

 

Wir suchten uns einen schönen Platz aus. Und obwohl die E45 direkt am Platz vorbei führt ist sie kaum wahr zu nehmen. Für morgen war ein Ruhetag geplant. Wir wollten uns ein wenig die Umgebung ansehen.

Tag 4

 

Heute Morgen haben wir so richtig ausgeschlafen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg ins nahe Skigebiet,- ins Hovfjället. Man kann mit dem Auto bis ganz nach oben fahren. Leider klappte es mit der, an sich gedachten Wanderung, nicht so. Heftige Rückenschmerzen machten einen Strich durch den Plan. Und so schlenderten wir nur noch ein wenig an der Ski Station herum. Die Aussicht war herrlich. Nach einiger Zeit fuhren wir zurück zum Platz und genossen den Rest des Tages am Wohnwagen und auf dem Platz. Das Wetter war sehr wechselhaft heute. Bei Temperaturen zwischen 15 und 19° C zog auch immer mal wieder eine Regenschauer über uns hinweg.

Tag 5

Ein leichter Regen begrüßte uns heute Morgen. Heute wollten wir weiter. Aber wir kommen wieder, ganz bestimmt. Camping E45 ist so ein Platz wie wir ihn mögen. Um 9:40 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken. Wir verabschiedeten uns von Frank und Doro,- und begaben uns wieder auf die E45. Wir hatten kein wirkliches Ziel, was den nächsten Campingplatz betraf. Das ist auch in den Sommermonaten nicht nötig. Und so fuhren wir immer weiter Richtung Norden, immer weiter durch nicht auf zu hören wollende Wälder.

 

 

Um ca. 16:00 Uhr folgten wir einem Hinweisschild und erreichten so unseren nächsten Campingplatz, den Rätans Camping am See Rätanssjön. Bei zeitweise schönem Sonnenschein genossen wir den restlichen Tag draußen in der Natur.

Tag 6

In der Nacht war es kalt gewesen. Zumindest für eine Juninacht. Gerade einmal 6° C waren es gewesen. Aber wir sind ja auch in Lappland. Der Himmel war wechselhaft. Mal Sonne, mal Wolken. Um 9:55 setzten wir unsere Reise fort. Fast die ganze Fahrt hatten wir Regen. Aber in den Abschnitten in denen der Himmel aufriss, konnten wir in der Ferne Schneebedeckte Berge sehen. Ein tolles Bild.

 

Leider stoppte eine der großen Straßenbaustellen unseren Drang vorwärts zu kommen. Viel mehr als Schrittgeschwindigkeit ist oft nicht möglich. Und solche Baustellen sind gerne mal 30 bis 40 Kilometer lang.

 

Doch dann hatten wir am Nachmittag endlich Vojmåns Husvagns Camping erreicht. Zu meinem Erstaunen konnte ich nur mit Bargeld bezahlen, und das auch noch passend. Gewechselt werden konnte (angeblich) nicht. „Kraja“ bekam einen Platz direkt am Fluss. Abends fing es wieder an zu regnen.

Tag 7

Heute war wieder ein Reisetag. Wir wollten Jokkmokk erreichen,- unser eigentliches Reiseziel für diesen Urlaub. Die große Baustelle haben wir ja nun hinter uns gelassen,- und hoffen sehr, dass auch keine mehr kommt. In der Nacht war es wieder sehr kühl gewesen. Zwischen 6 und 8° C war es gewesen. Nachdem Frühstück machten wir uns startklar. „Kraja“ kam an ihren Haken,- und langsam verließen die den Vojmåns Husvagns Camping. Die ganze Strecke bis hier oben haben wir keinen einzigen Elch gesehen.

Aber kurz vor Lomselenäs stießen wir dann aber dafür auf die ersten Rentiere. Einzelne Tiere, aber auch kleine Gruppen überquerten die E45, oder grasten am Straßenrand. Die Landschaft wurde immer karger.

Und dann kam für mich das schönste Erlebnis in der Natur was ich bisher hatte.

Alles begann mit einem „Kannst du mal gleich irgendwo anhalten?“ „Ich müsste mal auf die Toilette“. Kein Problem, schließlich haben wir alles an Bord. Ich brauchte auch gar nicht lange weiter zu fahren,- und es kam eine kleine Parkeinbuchtung, wie sie häufig hier zu sehen ist. Ich machte den Volvo aus und öffnete die Wagentür. Eine mir bis daher unbekannte Stille kam mir entgegen. Ich erinnerte mich an den Schweden, der mir vor Jahren schon erzählt hatte, dass es Gegenden in Schweden gibt, in denen man "vor Stille erschlagen“ werden kann.

Da stand ich nun vollkommen alleine, mitten in der Weite von Lappland. Erst ein sehr aufgeregtes Vogelgezwitscher ließ mich wieder wach werden. Direkt neben mir, unten auf dem Boden, stand ein kleiner junger Vogel der noch dringend seine Mutter benötigte. Die stand auf der anderen Seite der Straße und rief lautstark noch ihrem Jungen. Doch dieses blieb weiterhin neben mir stehen, sah zu mir hinauf, und zwitschert  aus vollem Hals. Es machte überhaupt keine Anstalten auf seine Mutter zu hören und die Straße zu wechseln. So ein "Tier“ wie mich hatte der kleine aufgeregte Vogel wohl in seinem kurzen Leben noch nie gesehen. Da er sich durch seine Mutter nicht bewegen ließ die Straßenseite zu wechseln, ging ich ein paar Schritte in Richtung Mutter. Und siehe da, auch der Kleine machte sich auf, die Straßenseite zu wechseln. Mutter und Kind waren wieder vereint und konnten ihre Reise fortsetzen.

Leider gibt es keine Fotos von diesem Erlebnis. Wäre ich zurück zum Auto gegangen, um den Fotoapparat zu holen, hätte ich die Situation zerstört.

Nach kurzer Rast setzten auch wir unsere Reise fort. Und um 15:25 Uhr war es dann soweit. Wir hatten den nördlichen Polarkreis erreicht. Nach kurzer Pause fuhren wir weiter.

 

Das heutige Ziel war der Skabram Camping, kurz hinter Jokkmokk. Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir den Platz. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir suchten uns einen Platz in der Nähe des Waschhauses aus. Die Sonne strahlte von einem blauen Himmel.